INTERVIEW



Wie bist du Fotograf geworden und warum?

Ganz klassisch: Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht.

In meiner vorangegangenen Ausbildung als Kommunikationselektroniker habe ich mir vom ersten Lehrlingsgehalt eine Kamera gekauft und damit war es passiert.

Mein Lifestyle zu dieser Zeit war zu 100% Action- Sports und alles drehte sich um das Skateboardfahren. Durch diesen Sport habe ich mein Fotografieren entwickelt und gelernt, was der richtige Augenblick ist.


Was ist deine größte Motivation?

Es gibt viele Dinge, die mich motivieren, es ist aber einfach toll wenn ein Bild irgendwo hängt und mein Name darunter steht oder man weiß das es ein „torsten hönig“ ist.

Was fasziniert dich an deinem Beruf?

Es ist spannend, einen Job zu haben, der so abwechslungsreich ist und immer wieder neue Erfahrungen und Herausforderungen mit sich bringt.

Neue Technik. Neue Kunden. Neue Menschen.


Ist Fotografieren reine Talentsache?

Ich würde es nicht Talent nennen. Heute macht jeder mit seinem Handy und Instagram interessante Bilder und hält tolle Momente fest. Durch die digitale Fotografie hat man sofort ein Ergebnis, lernt daraus und entscheidet gut oder schlecht, löschen oder posten.

Doch der Blick für das richtige Motiv, das Gefühl, die Emotionen, die bei der Bildauswahl entstehen kommen natürlich nicht von ungefähr.


Wie hast du deinen eigenen Foto-Stil gefunden?

Ich habe immer versucht, keine dicken Fotobücher und Magazine zu wälzen und den Trends hinterher zu rennen, sondern einfach das richtige Bild zu machen.

Ich arbeite auch sehr kundenorientiert, das heißt, dass der Bildstyle oft gemeinsam entwickelt wird.


Was macht ein richtig gutes Bild aus?

Dass man es sieht, wenn man es sieht, technisch und emotional!

Wie muss für dich das perfekte Shooting ablaufen?

Da gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Ein gutes Briefing und dann alleine mit kleinstmöglichem Aufwand ohne Kunden und Zeitdruck auf die Jagd zu gehen nach dem richtigen Motiv und Augenblick.
  2. Ein gutes Briefing, das optimale Team je nach Budget zusammenstellen, eine geplante Vorbereitung mit Kundenabgleich und Teamwork. Die Vorbereitung im Blick haben, aber auch noch flexibel auf die im Shootingzeitraum entstehenden Möglichkeiten reagieren zu können und dann das Optimum aus den Möglichkeiten heraus zu holen. Wichtig ist auch die Nacharbeit, da bin ich immer froh, wenn der Job nach dem Foto nicht aufhört, und ich bis zur Bildauswahl und -bearbeitung noch mit im Boot bin. Denn das Bild von der Entstehung bis zum Druck geht noch durch viele Hände. Und wie heißt es so schön? „Zu viele Köche verderben den Brei.“

Welches Projekt möchtest Du unbedingt noch umsetzen?

Das Projekt „Am Ball bleiben“. Für mich heißt das, weiterhin Fotos zu machen, die Menschen berühren. Ausstellungen und Bildbände zu machen. Im Gespräch sein.

Es ist wunderbar, Bilder zu erschaffen, an denen sich Menschen erfreuen.


Was ist die größte fotografische Errungenschaft?

Nicht die Digitalfotografie oder das Internet.

Sondern der Fotoprint. Ich würde mich inzwischen sogar darauf einlassen, dass der Digitalprint auch ein kleines Wunder ist. Denn diese beiden Methoden bringen unsere Bilder an die Wand.


Was fotografierst du gar nicht?

Zigaretten, Echttierpelze und Atomkraftwerke z.B.. Auch nicht zu Werbezwecken. Und es gibt sicherlich noch einige weitere Dinge, hinter denen ich nicht stehen kann. Es sollte schon für jeden Grenzen geben.

Wer ist für dich der größte Fotograf aller Zeiten und warum?

Das sind zwei:

  1. Peter Lindbergh, weil er einfach weiß, was Emotionen sind.
  2. Helmut Newton, nicht unbedingt der Bildern wegen, sondern weil er sich aus der ganzen Modebranche nie etwas gemacht hat und immer nur am guten Bild interessiert war.

Was bedeutet Werbung für dich?

Werbung hat viele Gesichter, sie kann furchtbar nerven und auch zum Lachen oder Weinen bringen. Mit Werbung kann man viele Menschen erreichen und es ist schön, wenn ich mich da mit einbringen kann.

Was ist dein Lebensmotto / deine Lebensphilosophie?

Liebe das Leben, nutze den Tag, und renn nicht immer der Wurst hinterher…

Biographie-Kästchen / Vita: deine wichtigsten Stationen und Erfolge

Mein Leben kommt mir vor wie eine Achterbahnfahrt: Ständig passiert etwas neues und die Lebenssituation ändert sich. Ich bin x-mal umgezogen und habe in meiner Assistenzzeit viele Länder besucht. Ich war eine Weile in Hamburg und New York, bin jedoch immer wieder gerne ins Fränkische zurückgekehrt, da hier eine herrliche Basis zum Leben ist. Ich fotografiere seit 1989 und habe mein Hobby dann 1995 zum Beruf gemacht. Durch eine Ausbildung zum Mode- und Werbefotograf in Nürnberg und nach einer einjährigen Festanstellung bin ich dann 1 ½ Jahre als Assistent herumgezogen und habe viele Jobs im Actionsportbereich gemacht. 1999 folgte dann der Schritt in die Selbständigkeit und die Eröffnung meines Studios in Nürnberg, in dem ich seither meine Basis habe und mich sehr wohl fühle.

Seit April 2011 bin ich Vater einer wunderbaren Tochter und seit November 2012 glücklicher Vater unseres Sohnes und lerne das Leben wieder einmal aus neuen Blickwinkeln zu sehen.